Wenn Explosivwaffen in Wohngebieten eingesetzt werden, stammen 91 % der Getöteten und Verletzten aus der Zivilbevölkerung. Dies ist das Ergebnis einer Studie über zehn Jahre, die die Organisation Action On Armed Violence (AOAV), eine Partner-Organisation von Handicap International (HI), veröffentlicht hat.

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© ISNA-Agency/HI

Weltweit wurden in den letzten Jahren 238.892 Menschen Opfer von Bombardierungen. Insgesamt gab es in 123 Staaten und Gebieten Vorfälle mit Explosivwaffen. Die am schlimmsten betroffenen Länder sind Syrien, Irak, Afghanistan, Pakistan und Jemen. Jüngstes Beispiel der verheerenden Folgen des Einsatzes von Explosivwaffen ist der Konflikt in Gaza und Israel mit heftigen Luftangriffen und Raketenbeschuss auf die Zivilbevölkerung.

Explosivwaffen in Wohngebieten haben verheerende Auswirkungen

Die Daten der letzten zehn Jahre zeigen ein klares und konsistentes Muster von zivilen Schäden in verschiedenen Ländern und Regionen, wenn Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten eingesetzt wurden.

Dieser Bombardierungen töten oder verletzen Zivilist*innen, hinterlassen verwüstete Städte, führen zu starken psychologischen Traumata, zu Vertreibung und Verarmung der Bevölkerung, zerstören lebensnotwendige Infrastrukturen und zerrütten das soziale und wirtschaftliche Gefüge.

Besonders die Flächenwirkung vieler Explosivwaffen verursacht einen enormen Schaden, wenn sie in bevölkerten Gebieten eingesetzt werden. Denn sie wurden für den Einsatz auf offenen Schlachtfeldern konzipiert und haben einen großen Zerstörungsradius, sind unpräzise und verwenden häufig Mehrfachmunitionen. Selbst wenn Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten auf militärische Ziele gerichtet sind, werden Zivilist*innen häufig durch die Explosion erfasst oder von Splittern getroffen.

„Der aktuelle Bericht beweist einmal mehr, dass bei Bombardierungen in Wohngebieten der überwiegende Teil der Opfer aus der Zivilbevölkerung stammt. Die Menschen müssen in aktuellen Konflikten dringend besser geschützt werden. Deshalb unterstützen wir den aktuellen diplomatischen Prozess für ein internationales Abkommen, das den Einsatz von Explosivwaffen in Wohngebieten wirkungsvoll eindämmt“ - Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International Deutschland.

Einige Ergebnisse des Berichts von AOAV:

  • In den letzten zehn Jahren (2011-2020) gab es 357.370 dokumentierte Todesfälle und Verletzte durch Explosivwaffen bei 28.879 Vorfällen. Davon waren 262.413 Zivilisten - 73 %.
  • Insgesamt wurden in einem Jahrzehnt 238.892 Zivilist*innen in bewohnten Gebieten getötet und verletzt.
  • Beim Einsatz von Explosivwaffen in Städten und anderen bewohnten Gebieten waren 91 % der Getöteten und Verletzten Zivilist*innen. Im Vergleich dazu waren es in anderen Gebieten 25 %.
  • In den zehn Jahren wurden Vorfälle in 123 Ländern und Territorien auf der ganzen Welt registriert.
  • Die meisten zivilen Todesopfer und Verletzten gab es im letzten Jahrzehnt in Syrien (77.534 zivile Opfer), Irak (56.316), Afghanistan (28.429), Pakistan (20.714) und Jemen (16.645).

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